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Der Unterricht will die Schüler anregen, sich mit philosophischen Strömungen, ihren Fragen und Antworten auseinanderzusetzen und selbst zu philosophieren.

Ursprünge, Geschichte und Themen der Philosophie können wegen der Kenntnisse der klassischen Sprachen Latein und Griechisch am Gymnasium Steglitz wie an kaum einer anderen Oberschule studiert werden. Schließlich lernen die Schüler schon die Primärtexte von Platon, Aristoteles, Cicero, Seneca u.a. kennen. Sie sind in der Lage, sich mit antiken Philosophien auseinanderzusetzen und diese Kenntnisse auch in die Betrachtung späterer Epochen wie Humanismus, Aufklärung und Moderne einzubeziehen. So können auch Fragen der Begriffsgeschichte und Logik auf einem vergleichsweise hohen Niveau erörtert werden.

Der verpflichtende Ethikunterricht in den Jahrgängen 7-10 stelllt die Vorstufe zum Philosophieunterricht dar und setzt sich mit den 6 Themenfeldern Wissen/Hoffen/Glauben, Schuld/Pflicht/Gewissen, Diskrimininierung/Gewalt/Toleranz, Gleichheit/Recht/Gerechtigkeit, Freiheit/Verantwortung/Solidarität und Identität/Freundschaft/Glück auseinander. Er fragt z.B.: Was bedeutet Gerechtigkeit für Schüler, welche Funktion hat sie im Zusammenleben der Menschen und was verstehen Kulturen und Philosophen darunter? Beide Fächer Ethik und Philosophie beziehen die individuellen Erfahrungen der Schüler ein, berücksichtigen die gesellschaftlichen Zusammenhänge und vermitteln zur Oberstufe und zum Abitur hin zunehmend ideengeschichtliches Orientierungswissen. Ethik wird so immer mehr als Grundlage des Philosophieunterrichts erfahren.

Die einführende Qualifikationsphase des 11ten Jahrgangs dient der Auseinandersetzung über die Selbstdefinitionen der Philosophie im Verhältnis zu Wissenschaften und Lebenswelten, der Bestimmung des Menschen, den Problemen des Erkennens und Denkens sowie des Handelns und Urteilens.

Die folgenden 4 Reflexionsbereiche werden nacheinander und inhaltlich verknüpft in den 4 Kurshalbjahren der Oberstufe behandelt:

  1. ethisch-praktisch: “Werte und Normen”,
  2. geschichtlich, gesellschaftlich und anthropologisch: “Mensch und Gesellschaft”,
  3. sprachphilosophisch und erkenntnistheoretisch: “Erkenntnis und Wahrheit”,
  4. metaphysisch: “Sein und Werden”.

Bei der Auseinandersetzung mit philosophischen Gegenständen werden Aspekte aus verschiedenen Reflexionsbereichen einbezogen. Das erste Semester “Werte und Normen” setzt das Fach Ethik vertiefend fort. Es berührt mit den Themen wie Verantwortung und Glauben andere Fächer wie Physik und Religion und wird durch die Zusammenarbeit mit diesen Fächern bereichert. Philosophie ist sehr viel mehr als Ethik, was in den folgenden Semestern deutlich wird.

Die Schüler nehmen etwas wahr, deuten, argumentieren und urteilen und gestalten auch die Unterrichtsformen mit. So übernehmen einige auch moderierende Aufgaben, arbeiten in Gruppen, stellen Thesenpapiere, Essays und Hausarbeiten zur Diskussion vor und ergänzen und vertiefen philosophische Aussagen durch andere Aktivitäten wie Rollenspiele, Zeichnungen oder Filme.

Das Ziel besteht in der Fähigkeit zum philosophischen Denken. Daran orientiert sich auch die Leistungsbewertung. In jedem Semester schreibt man eine Klausur, in der ein philosophisches Problem erörternd reflektiert wird. Diese Arbeit wird nach offen gelegten Kriterien bewertet und geht mit einem Drittel in die Note ein. Den größeren Anteil macht die Qualität, die Intensität der Beiträge und die Aufmerksamkeit aus.

Außerschulische Lernorte

sind neben Projekten, Wettbewerben und Filmen wichtig geworden. Sie bedeuten zuhören, mitarbeiten, selbständig Fragen entwickeln und mit den Verantwortlichen diskutieren.

Lernorte waren u.a.

  • Bitterfelder Ausstellungen über den 17. Juni 1953: über Normen, Werte, nationale Identitäten,
  • ein modernes Künstleratelier, das einst der Kaiserporträtist Anton von Werner nutzte: über Fragen der Philosophie der Kunst im Umgang mit Geschichte,
  • eine Fotoausstellung: über Fragen der Darstellbarkeit der jüngsten Berliner Geschichte und Gegenwart,
  • eine Vorlesung an der Humboldt-Universität: über Vertragsdenken und Ethiken,
  • eine Forschungseinrichtung zur Entwicklung von Zukunftstechnologien: über Inhalte, Sinn und die Zukunft praktischer Ideen,
  • eine S-Bahn-Fahrt: für Interviews mit Bürgern zu lebensphilosophischen Themen wie Sinn des Lebens und Treue

Weitere Projekte und Exkursionen können auch durch Schüler angestoßen werden und sind geplant wie ins Centrum Judaicum: über den lebensgeschichtlichen Hintergrund moderner Philosophen.