Samstag, 18. Mai 2013
Interview mit der Schulleiterin

WebTeam im Gespräch mit Frau Lükemann

Frau A. Lükemann - Foto: Reibke

  • Warum wollten Sie Schulleiterin am Gymnasium Steglitz werden?

A: Der erste wichtige Grund ist, dass das Gymnasium Steglitz mir besonders am Herzen liegt.  Dies beruht u.a. darauf, dass das altsprachliche Profil der Schule in besonderer Weise meinen eigenen Ideen und Vorstellungen von umfassender Bildung entspricht. Damit meine ich nicht, dass grundsätzlich jeder Berliner Schüler die alten Sprachen lernen sollte, sondern dass es wichtig ist, dass es auch Schüler gibt, die dies tun und sich damit eine tragfähige Verbindung zu den geschichtlichen Wurzeln unserer Kultur schaffen.

Außerdem bin ich selber am Gymnasium Steglitz zur Schule gegangen und habe gute Erinnerungen an diese Zeit. Sicher wissen Sie selbst, dass einem seine alte Schule dann wichtig ist.

Der zweite wichtige Grund war die Beobachtung, dass es am Gymnasium Steglitz sehr viele Menschen gibt, die engagiert, aktiv und voll positiver Energie daran arbeiten, die Schule weiterzuentwickeln und zu verbessern. Dies gilt sowohl für die Kolleginnen und die Kollegen als auch für Eltern und Schülerinnen und Schüler. Mit solchen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, war eine große Motivation für meine Bewerbung.

  • Welche drei Dinge würden Sie als besonders positiv am Gymnasium Steglitz nennen?

A: Wie oben schon genannt, gehören das große Engagement vieler einzelner, die das Schulleben bereichern dazu. Als ebenfalls positiv empfinde ich die Fähigkeit der Schule sich weiterzuentwickeln, ohne dabei ihren Charakter oder ihr Profil zu verlieren, wie es z. B. mit der Entwicklung der Ganztagsschule oder der Integration des SESB-Bereichs geschieht. Und natürlich gehört auch die hohe Qualität des Unterrichts dazu, die einerseits immer wieder zu erfreulichen Ergebnissen führt, andererseits auch das Unterrichten selbst spannend und herausfordernd macht.

  • Welche drei Dinge liegen aus Ihrer Sicht besonders im Argen und werden von Ihnen sofort in Angriff genommen?

A: Obwohl wir in den letzten Jahren schon große Fortschritte gemacht haben, sehe ich nach wie vor Probleme im Bereich der Kommunikation. Hier werde ich mich bemühen, durch noch größere Transparenz, aber auch durch viele Gespräche positive Impulse zu geben. Außerdem bedaure ich sehr, dass unsere Schülerschaft die ihr gegebenen Möglichkeiten zur Mitwirkung an der Gestaltung des Schullebens so wenig nutzt. Erfreulicherweise sind in den vergangenen Monaten schon neue Anläufe genommen worden, das SV-Leben aktiver zu gestalten, so z. B. bei der Vorbereitung und Durchführung des deutsch-griechischen Abends. Ich werde mich bemühen, diese Entwicklung weiter zu fördern. Schließlich stören mich auch die Unordnung und Unsauberkeit vieler Räume, die sicher auch durch die Tatsache befördert wurde, dass sich an der Schule seit über drei Jahren gebaut wird und wir daher in vielen Bereichen immer wieder auf Provisorien angewiesen waren. Nach dem bevorstehenden Ende der Baumaßnahmen werden wir als Schule gemeinsam daran arbeiten, hier ein gemeinsames, tragfähiges Konzept zu entwickeln, wie wir die Schule, die ja unsere Arbeits- und Lebensumgebung für eine großen Teil des Tages darstellt, in einen erfreulichen Zustand bringen und darin erhalten.

  • Welche Visionen haben Sie? Also wie und wo sehen Sie das Gymnasium Steglitz in 10 Jahren in der Berliner Schullandschaft?

Das Gymnasium Steglitz wird hoffentlich auch in 10 Jahren seine Schülerinnen und Schüler so ausbilden, dass sie sowohl schulische Prüfungen als auch später das Studium erfolgreich und mit hervorragenden Ergebnissen absolvieren können. Zusätzlich gehe ich davon aus, dass unsere Schülerinnen und Schüler weltoffen und tolerant auf andere zugehen, wie sie es u.a. im Umgang mit dem SESB-Zug kennengelernt haben. Ich wünsche mir, dass es zudem gelingt, ein stärkeres persönliches Engagement im sozialen Bereich zu wecken, z. B. durch Arbeitsgemeinschaften, die sich in Grundschulen für die Sprachförderung engagieren.

  • Gibt es Schülerinnen und Schüler, für die Ihrer Meinung nach das Gymnasium Steglitz eine besonders geeignete Schulform ist?

Die besondere Schulform des altsprachlichen Gymnasiums, die das Gymnasium Steglitz vertritt, ist sicher nicht für jeden Schüler geeignet, fordert sie doch von ihren Schülern in besonderer Weise sowohl die Fähigkeit, zu abstrahieren und komplexe Gedankengänge nachzuvollziehen bzw. selbst zu entwickeln, als auch die Bereitschaft, durch kontinuierliches und gründliches Lernen die Grundlagen dafür zu schaffen. Schülerinnen und Schülern, die bereit sind, sich hierauf einzulassen, werden aber sicher besonders gut vorbereitet in ihr weiteres Leben starten.

  • Auf welche Frage, die Ihnen hier nicht gestellt wurde, würden Sie antworten wollen?

Häufig wurde ich gefragt, ob es nicht einen Nachteil darstellt, dass ich bereits vor meiner Bewerbung an derselben Schule tätig war. Das sehe ich nicht so. Zu Beginn meiner schulischen Laufbahn war ich auch an einer anderen Schule tätig, zudem habe ich durch die Arbeit in der Rahmenplankommission Griechisch und als Fachaufsicht im Abitur einen großen Einblick in die Arbeit anderer Schulen bekommen. Zusätzlich habe ich in einer Reihe von Fortbildungen viele Anregungen und Impulse für die Arbeit in der Schulleitung bekommen. Auf der anderen Seite habe ich dadurch, dass ich in den letzten Jahren selbst am Schulleben beteiligt war, einen recht klaren Einblick in die zurzeit aktuellen Problemfelder der Schule und eine deutlichere Vorstellung davon, welche Veränderungen es in den letzten Jahren gegeben hat und wo es an diesen Stellen noch Handlungsbedarf gibt.

Vielen Dank für das Interview und das WebTeam wünscht Ihnen bei Ihrer neuen Arbeit viel Erfolg.


Per E-Mail erreichen Sie die Schulleiterin direkt unter schulleitung@gymnasiumsteglitz.de sowie über unser Sekretariat.

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