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Moderne Fremdsprachen am altsprachlichen Gymnasium – das ist gelegentlich eine Sache für sich, wie auch mancher von uns noch aus eigener Erfahrung weiß. Dabei ist die ausgewiesene Sprachbegabung unserer Schülerinnen und Schüler in der Regel eine hoch motivierende Grundbedingung unserer Arbeit genauso wie das Interesse, sich neben den alten Sprachen eben auch lebende, unsere heutige Welt in ihrem beständigen Wandel abbildende Ausdrucksformen anzueignen. Die aktuelle Stundentafel für den altsprachlichen Bildungsgang ordnet dem Englischen statt der in den Klassen 5 und 6 in Berlin sonst üblichen Englischstunden drei zu, diese ergänzen wir nun seit einem Jahr durch den Einsatz von Teilungsstunden in Klasse 5 und durch eine zusätzliche Stunde in Klasse 7. Wir lassen uns für die Lehrwerke darüber hinaus in den ersten beiden Klassen ein wenig mehr Zeit als das vorgesehene eine Jahr, um den spielerischen, lebendigen Charakter von Rollenspielen, Dialogen und Projekten von Anfang an nutzen zu können.
Erst am Ende von Klasse 7 schreibt unser schulinternes Curriculum den bündigen Abschluss des entsprechenden Lehrwerkes vor, so dass spätestens dann der Sprachstand unserer Schülerinnen und Schüler dem von neusprachlichen Gymnasien vergleichbar ist. Zusätzlich ergänzen sich die alten und neuen Sprachen natürlich auf den Schulalltag immer wieder bereichernde Art und Weise, hier haben wir mittlerweile eine Zusammenarbeit von Neu- und Altphilologen in Klasse 7 (The Romans in Britain) und in der 13. Jahrgangsstufe als wünschenswerte individuelle Kooperation in unserem schulinternen Curriculum festgeschrieben (Beyond reality – From Plato’s Parable of the Cave to Matrix and Being John Malkovich).
So nutzen wir die Wurzeln unserer europäischen Zivilisation zu einer möglichst kompetenten Analyse unserer komplexen zeitgenössischen Wirklichkeit, wie sie Gegenstand unserer Oberstufenkurse ist (The Individual and Society, National and Cultural Identiy, One World – Global Issues und Challenges of Today). Die Tatsache, dass sich zum Ende des vergangenen Jahres die meisten unserer Schülerinnen und Schüler im alljährlichen Schnupperunterricht für den Leistungskurs Englisch interessiert haben, zeigt, dass wir uns hier offenbar durchaus auf dem richtigen Wege befinden. Für Arbeitsergebnisse aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen und Niveaus verweisen wir auf unseren selbstständigen Online-Bereich und unsere derzeit wieder auflebende, preisgekrönte englischsprachige Internet-Zeitung Intercultural Times. Ergänzend ermutigen wir unsere Schülerinnen und Schüler zur kontinuierlichen Teilnahme an Fremdsprachenwettbewerben (The Big Challenge für die jüngsten Klassen 5 bis 8, erstmalige Teilnahme 2007/08, gleich mit zwei dritten Landessiegern, nächster Termin 7. Mai 2009), am Übersetzungswettbewerb Iuvenes Trans-latores (ein Mehrsprachenwettbewerb, dieses Jahr am 27.11.2008) und seit vielen Jahren natürlich auch am Bundeswettbewerb für Fremdsprachen (Einzel- und Gruppenwettbewerb).
Darüber hinaus sind Fahrten ins englischsprachige Ausland seit geraumer Zeit zum festen Bestandteil unseres Schullebens geworden, so sind im Schuljahr 2007/08 unsere 9. und 11. Klassen nach Südengland und London gereist, im Schuljahr 2008/09 fährt der Leistungskurs des 13. Jahrgang zu einem Shakespeare-Workshop nach London und anschließend nach Oxford. Auf der schwierigen Suche nach einer britischen Partnerschule haben wir im letzten Jahr zunächst Kontakt zu einer Schule in York aufgenommen und mit einer 7. und einer 10. Klasse einen regen Briefkontakt aufgebaut. So wird sich unser großer Wunsch nach einer Partnerschule, trotz der derzeit in Großbritannien herrschenden Praxis, die modernen Fremdsprachen weniger wichtig zu nehmen, hoffentlich in naher Zukunft auch noch verwirklichen lassen.

