Freitag, 12. Januar 2018
9. Platz bei der Berliner Schnellmeisterschaft für Schulen 2018 (bis 10. Klasse)

Knappe Ergebnisse und faires Verhalten

Foto: Athanasios Vassiliou

Mit Optimismus und Hoffnung auf eine gute Platzierung unter den Mannschaften ohne Vereinsspieler starteten wir in das Turnier. Es wurden 5. Runden im Schweizer System mit jeweils 15 Min Bedenkzeit gespielt. An Brett 1 ging Kimon Böhmer auf Punktejagd. Durch seine guten Platzierungen beim eigenen Weihnachtsturnier und beim Beethoven-Weihnachtsturnier spürte man seinen Siegeswillen. An Brett 2 ging Moritz Gehrke an den Start, leider ohne Turniererfahrung in den letzten Jahren. An Brett 3 spielte Yuxiang Ding, der nach dem unglücklichen Abschneidet beim eigenen Weihnachtsturnier einiges Beweisen wollte. Das Quartett komplettierte Nathan Tiedemann, der unsere Schule an Brett 4 repräsentierte.

Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn – Gymnasium Steglitz: 3,5 – 0,5

In der ersten Runde traten wir gegen die Mannschaft des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn an. Durch zwei relativ schnelle Niederlagen lagen wir mit 0-2 hinten. Moritz und Yuxiang mussten sich den stärkeren Gegnern und ihrem zu schnellen Spiel geschlagen geben. Sofort kam an Brett 1 das Remisangebot an Kimon, dass er natürlich ablehnte. Schließlich konnte sowohl er als auch Nathan an Brett 4 ihre Partien noch gewinnen und ein Unentschieden retten. Nathan übersah dann leider in einer Vorteilhaften Stellung einen guten Angriffszug mit seiner Dame, die er wenig später leider auch einstellte. Nachdem die Partie gegen ihn gekippt war willigte Kimon in einem ausgeglichenen Springe- Endspiel aber mit wenig Zeit auf der Uhr auch dem Remis ein, um wenigstens den halben Punkt zu sichern.

Gymnasium Steglitz – Heinrich-Hertz-Gymnasium: 1-3

In der 2. Runde durften wir gegen die zweite Mannschaft des Heinrich-Hertz-Gymnasiums ran. Ebenfalls eine Mannschaft ohne Vereinsspieler aber mit einer starken Schach-AG im Rücken. Auch in diesem Spiel lagen wir schnell hinten diesmal jedoch unglücklich. Moritz konnte an Brett 2 mit seiner Dame die gegnerische Abwehr brechen aber übersah leider, dass sein Gegner eine Läufer-Dame Kombination vorbereitete, die dann zwar etwas umständlich aber doch noch zum Mat führte. Nathan an Brett 4, der teilweise klar vorne lag und die Dame des Gegners schlagen konnte, verlor am Ende an die Partie. Ein kurzer Hoffnungsschimmer auf mindestens ein Remis kam mit dem Sieg von Kimon an Brett 1 auf. Aber aus dem 1-2 kam nach der Niederlage von Yuxiang an Brett 3 das Endergebnis von 1-3 zustande.

Tesla Gymnasium – Gymnasium Steglitz: 0-4

Unser Gegner in der 3. Runde war die Mannschaft des Tesla Gymnasiums, die ersatzgeschwächt nur an den ersten beiden Brettern besetzen konnte. Somit durften sich Nathan und Yuxiang über ihre ersten (kampflosen) Brettpunkte freuen. Moritz und Kimon mussten sich ihre Punkte im Spiel verdienen. Beide begannen etwas ruhiger als in den ersten Partien. Moritz konnte sich ein kleines Übergewicht erspielen und auch bei Kimon sah es sehr gut aus. Nachdem der Gegner von Kimon an seine Dame einstellte und sogar ein weiterer Turmverlust drohte gab er kurz vor dem Mat auf. Moritz konnte seine Partie auch gewinnen, so dass es am Ende 0-4 für uns stand.

Gymnasium Steglitz – Alexander von Humboldt Gymnasium: 1-3

Gegen den direkten Mitkonkurrenten (keine Vereinsspieler) musste mindestens ein Unentschieden erspielt werden um die Chancen auf den ersten Platz bei der Wertung ohne Vereinsspieler zu bewahren. Der Sieg aus der Runde davor gab Selbstvertrauen, das man spürte. Die Niederlage von Nathan wurde schnell durch den Sieg von Yuxiang egalisiert. Nun stand das Match auf der Kippe. An Brett 1 erspielte sich Kimon einen deutlichen Vorteil, den er aufgrund seiner schnellen Spiels leider wieder einbüßte. Eine falsche Berechnung beim Bauernendspiel kostete dann den Sieg, der sicher drin gewesen wäre. Beim Stand von 1-2 verlor dann auch leider Moritz seine Partie. Das Ergebnis von 1-3 spiegelte nicht ganz die Leistung der Mannschaft wieder. Ein Unentschieden wäre in dieser Runde sicher möglich gewesen.

Gymnasium Steglitz – Max Planck-Gymnasium II: 2-2

Für das letzte Spiel hatten wir uns vorgenommen nochmal anzugreifen und unser bestes Schach zu zeigen. Die Bedenkzeit zu nutzen und nach Kombinationen zu suchen. Lange sah es auch so aus als konnten wir unser Vorhaben umsetzen. Die Niederlage von Yuxiang an Brett 3 konnte Kimon mit einem Sieg an Brett 1 wieder gut machen. Beim Stand von 1:1 einigten sich Moritz und sein Gegner auf Remis. Moritz hatte seine Dame bereits verloren aber sein Gegner nur noch wenig Zeit auf der Uhr. Das angebotene Remis nahm Moritz dann an. Obwohl er dem Sieg auf Zeit sehr nah war. Es zeigt wohl auch seine Fairness, nicht einen Sieg auf Zeit zu akzeptieren. Beim Stand von 1,5: 1,5 kam es dann zu einem Ereignis über das wir in der AG auch lange diskutieren werden. Nathan steht an Brett 4 deutlich auf Gewinn. Im Endspiel stehen sich Dame und Turm von Nathan in Weiß gegen Turm gegenüber. Mit wenigen Zügen wäre die Partie zugunsten von Nathan gelaufen. Jedoch bot überraschenderweise Nathan seinem Gegner ein Remis an, das er natürlich sofort annahm. Mit diesem Remis endete unsere Partie 2:2 obwohl wir dem Sieg so nah waren!

Fazit:

Die Jungs hatten viel Spaß. Die anfängliche Aufregung ist erst der Konzentration, dann der Ernüchterung aber am Ende auch der Freude über die Teilnahme und der erreichten Platzierung gewichen. Alle Beteiligte haben „Blut geleckt“ und wir sind uns einig, dass wir nächstes Jahr wieder angreifen wollen. Bis dahin heißt es üben, üben, üben und bei weiteren Turnieren Spielpraxis sammeln.

Herzlichen Glückwunsch an alle vier Schüler. Sie haben unsere Schule am Brett würdig vertreten und ein vorbildliches und faires Verhalten gezeigt.

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