Dienstag, 23. Februar 2010
Die PW Grundkurse erobern das Bundesministerium der Finanzen
Das Detlev-Rohwedder-Haus – Spiegel der deutschen Geschichte
Im Rahmen des Unterrichts besuchten die PW Grundkurse am 19. Februar 2010 das Detlev-Rohwedder-Haus, das seit August 1999 Sitz des Bundesministeriums der Finanzen ist und die Brüche der jüngeren deutschen Geschichte wie kaum ein anderes Gebäude widerspiegelt.
Erbaut als Reichsluftfahrtministerium war das gigantische Bauwerk Schaltzentrale der Macht während des Dritten Reiches. Hermann Göring, Reichsmarschall und Chef der Luftwaffe, trieb von hier aus die Kriegsplanungen voran.
Nach dem Krieg entwickelte sich das Haus zum Machtzentrum des sozialistischen Deutschlands. Im Oktober 1949 wurde hier die Deutsche Demokratische Republik gegründet und deren erster Staatspräsident gewählt; das Gebäude diente fortan als Haus der Ministerien der DDR.
Nach der Wiedervereinigung bezog zunächst die Treuhandanstalt, geführt von Detlev Rohwedder, das Gebäude. Es galt die rund 8500 “volkseigenen Betriebe” der DDR zu privatisieren. Rohwedder konnte seine Aufgabe nur wenige Monate erfüllen. Am 1. April 1991 wurde er erschossen; am Tatort fand die Polizei ein Bekennerschreiben der RAF. Zum Gedenken trägt das Haus seit 1992 seinen Namen.
Kann und darf ein solches Haus, ein so vielfach “belasteter Ort” in einer Demokratie weitergenutzt werden? Diese Frage wurde nach einer Hausführung und einem Vortrag über die derzeitige Finanzpolitik gemeinsam erörtert.
Das Fazit lautet, dass nach zwei Diktaturen Freiheit und Demokratie Einzug gehalten haben. Damit ist die Vergangenheit nicht ausgelöscht, sondern die Geschichte wird fortgeschrieben.
Text: Kü
101x angesehenKategorie: Allgemein · Autor: bu ·