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Hermeneutik des Korans
Workshop an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
                               

1.jpg (60595 Byte)Am Mittwoch, dem 28. Mai 2008, nutzten die Schüler des katholischen Religionsunterrichts des 12. Jahrgangs, zusammen mit Frau Bütow und Herrn Reinhold, den "Studientag", um an einem Workshop teilzunehmen, der sich mit der Hermeneutik des Korans befasste. Dazu besuchten sie das Schülerlabor für Geisteswissenschaften an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die zentral fast direkt am Gendarmenmarkt liegt. Gastgeberin war Frau Dr. Yvonne Pauly, die selbst auch schon als Lehrerin tätig war, und nun das Schülerlabor für Geisteswissenschaften leitet. Außerdem war Michael Marx, ein Mitglied des Projektes Corpus Coranicum anwesend, der vor allem mit seinem Fachwissen zur Seite stand.

Zuerst wurde eine umfassende Einführung dazu gegeben, in welcher Form der Koran überliefert wurde (nämlich zuerst mündlich, nicht wie vielfach angenommen direkt schriftlich durch Mohammed fixiert), wie er aufgebaut ist, und dass die Deutung der einzelnen Suren (Kapitel) alles andere als einfach ist. Danach befassten sich die Schüler genauer mit einer Sure (Sure 81), an der deutlich gemacht werden sollte wie schwer die korrekte Deutung ist. Denn zum einen ist der Koran im Gegensatz zur Bibel kein narrativer Text, bei dem man "Geschichten" liest und alles kontextualisiert ist und zum anderen ergeben sich durch die ehemals mündliche Überlieferung Schwierigkeiten mit dem Textverständnis (denn wenn Suren die Form eines offenen Gesprächs haben, ist es schwer beim einmaligen Lesen zu erfassen, welche Teile in welchem Zusammenhang stehen).

Die Schüler beschäftigten sich dann mit der Deutung von speziell zwei Textstellen, bei denen sie methodisch so vorgingen, dass sie anhand von anderen religiösen Texten, aus dem Koran oder der Bibel, versuchten auf einen sinngebenden Inhalt zu schließen.

Deutlich wurde vor allem, dass man den Koran nicht mal gerade eben zur Hand nehmen kann, darin liest und direkt alle Inhalte versteht bzw. richtig deutet und dadurch erklärt sich wahrscheinlich auch, dass in der Öffentlichkeit zur Zeit oft negativ dargestellte Bild des Islams, was aufgrund von Unwissenheit in Bezug auf Deutung einzelner Passagen entsteht.

Auch wenn in so kurzer Zeit kann nur ein kleiner Teil vermittelt werden kann, wenn man beachtet wie komplex dieses Thema ist, war es ein interessanter Tag, für den wir uns nur bedanken können!

Jan Koßmann

    
           

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