Die Veranstaltung begann mit der Biographie des Aufklärers Karl Philipp Moritz
(1756-93), einem Zeitgenossen und Freund von Johann Wolfgang v. Goethe und Moses
Mendelssohn. Moritz verarbeitete in seinen Romanen seine eigenen Erlebnisse und stellte
Untersuchungen über die menschliche Psyche an. Sein Roman "Anton Reiser" ist
einer der ersten deutschsprachigen psychologischen Romane.
Nach einer Pause mit Verköstigung (!) lag der Schwerpunkt dann auf der
literaturwissenschaftlichen Arbeit, wobei zunächst die Arbeitsweisen der
Literaturwissenschaft beleuchtet wurden. Auch auf dabei auftretende Schwierigkeiten und
Probleme wurde eingegangen wie beispielsweise das Problem der grammatischen und
orthografischen Veränderung von Worten. Weitere Probleme ergeben sich aus dem Erstellen
von Kommentaren und dem Neuauflegen alter Werke: Inwieweit darf man den Text leichter
verständlich machen, ohne dabei das Original zu entstellen? Wann ist ein Kommentar zu
ausführlich, wann notwendig? Diese Drahtseilakte sind Hauptprobleme des
wissenschaftlichen Arbeitens mit Literatur.
Anschließend versuchte man sich selber an dieser Arbeitsweise und erstellte
exemplarisch einen Kommentar mit Hilfe etymologischer Wörterbücher, Archivauszügen und
Zeitungsartikeln.
In den nicht einmal fünf Stunden war es, mit Hilfe ausgiebigen und maximalen
Kompetenzerwerb garantierenden Medieneinsatzes, doch möglich, einen sehr interessanten
und erhellenden Einblick in dieses Fachgebiet zu erlangen, das sonst nicht unbedingt von
Interessenten beziehungsweise Studenten überlaufen ist.
Wir bedanken uns bei Frau Dr. Yvonne Pauly und der Berlin-Brandenburgischen Akademie
der Wissenschaften.